Jugendämter nehmen 10% mehr Kinder in Obhut

Die hessischen Jugendämter meldeten 2010 insgesamt 10 % mehr vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.Hierbei handelt es sich um die Inobhutnahme oder Herausnahme aus einem Heim, der eigenen Familie bzw. einer Pflegefamilie oder einer anderen Unterbringungsart aufgrund einer akuten Gefahr für das Wohl des Kindes oder Jugendlichen.

Die am häufigsten genannten Anlässe für Schutzmaßnahmen waren Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (44 %) sowie Beziehungsprobleme (16 %). Sexueller Missbrauch und Vernachlässigung waren in zwölf bzw. elf Prozent der Fälle Anlass für Interventionen.

Die Schutzmaßnahmen betrafen 64 % deutsche und zu 36 % ausländische Kinder und Jugendliche.

Eine große Rolle bei den Schutzmaßnahmen spielt die Familienkonstellation. So lebten rund 45 % der in Obhut genommenen Kinder bei dem alleinerziehenden Elternteil oder in einer „Patchworkfamilie“.

Die Inobhutnahmen erfolgten zu 29 % auf eigenen Wunsch des Kindes bzw. Jugendlichen und bei 71 % lag eine Gefährdung vor.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt. 23.05.11

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